Kreuzbiss bei Groisman & Laube in Frankfurt behandeln lassen

Kreuzbiss-Behandlung im Centrum für MKG-Chirurgie

Ihr Spezialist für Dysgnathiechirurgie im Rhein-Main-Gebiet

Die häufigste Wachstumsstörung in der Breite (sog. transversale Dimension) betrifft den Oberkiefer. Sie wird auch als Schmalkiefer bezeichnet. Die Zähne im Kiefer finden nicht ausreichend Platz. Erkennbar wird dies durch schiefe Frontzähne, oft verbunden mit einem Außenstand der Eckzähne.

Im Seitenzahngebiet zeigt sich der schmale Kiefer durch Zahnkippungen und Zahndrehungen, wobei man beim Zubeißen einen seitlichen Kreuzbiss feststellen kann, d.h. die Oberkieferseitenzähne greifen nicht über die Unterkieferzähne, sondern umgekehrt. Betrifft dies auch die vorderen Zähne, spricht man von einem zirkulären Kreuzbiss (beim geschlossenen Mund stehen die Oberkieferzähne nicht vor den Unterkieferzähnen, sondern umgekehrt). Eher seltener Natur ist ein Kreuzbiss, der durch einen zu breiten Unterkiefer verursacht wird.

Das chirurgische Ziel ist es, den Oberkiefer bzw. den Unterkiefer so weit zu verbreitern, bis genügend Platz für alle Zähne geschaffen wird, ohne gesunde Zähne zu entfernen oder die Zähne weit aus dem Knochen herauszubewegen. Durch Zahnentfernungen (Extraktionen) und/oder extreme Zahnbewegungen – d.h. eine alleinige kieferorthopädische Therapie – werden die Oberkiefer- und Unterkieferzahnreihen angepasst, wobei der schmale Kiefer, d.h. die knöcherne Basis, an sich bestehen bleibt. Beide konservative Varianten können unter Umständen schlechte Kompromisse darstellen, die es durch Analysen vor Behandlungsbeginn zu vermeiden gilt.

Nachfolgend möchten wir Sie über verschiedene Aspekte der klassischen kieferorthopädischen Behandlung informieren und über die Erfolgsmöglichkeiten eines chirurgischen Eingriffs aufklären.

Konservative Kreuzbiss-Therapie – ein schlechter Kompromiss?

Bei der alleinigen kieferorthopädischen Therapie handelt es sich um eine reine symptomatische Behandlung, d.h. es wird nur das Symptom des Fehlbisses therapiert. In der Regel sind nicht zu viele Zähne vorhanden, sondern zu wenig Platz für die übliche Zahl von 32 Zähnen, wobei die Weisheitszähne häufig tatsächlich aus Platzgründen entfernt werden müssen. Zunächst erscheint eine Therapie durch Zahnentfernungen als einfach und minimalinvasiv, allerdings können sich unerwünschte Folgeerscheinungen einstellen.

Ästhetische Aspekte:

Das Entfernen von Zähnen im Oberkiefer führt in der Regel zur weiteren Verkleinerung des Zahnbogens, vor allem im Frontzahnbereich. Dadurch wird die Oberlippenstütze reduziert, woraus eine schmale, lange Oberlippe mit wenig Lippenrot resultiert. Zudem entstehen ausgeprägte nasolabiale Falten, die die Nase größer wirken lassen (Großnasenprofil).

Das Entfernen von Zähnen im Unterkiefer kann zu einer ausgeprägten Unterlippenfalte (Submentalfalte) führen.

Funktionelle Aspekte:

Die durch den schmalen Oberkiefer häufig bedingte Mundatmung mit Nasenatmungsbehinderung wird bei der kieferorthopädischen Therapie nicht behandelt.

Durch den verkleinerten Zahnbogen wird die Mundhöhle kleiner und die Zunge damit weiter eingeengt. Aus diesem Grund kann die Zungenfunktion nachhaltig das kieferorthopädische Ergebnis beeinflussen, so dass nach Behandlungsabschluss erneut Zahnfehlstellungen mit Bissveränderung auftreten. Entstehen können etwa ein Zwangsbiss mit Kiefergelenkskompression, eine Diskusverlagerung und entsprechende Kiefergelenksbeschwerden.

Durch das Herausbewegen von Zähnen aus dem Knochen kann es zu einem Zahnfleischrückgang kommen. Infolgedessen entstehen freiliegende Zahnhälse (Rezessionen) mit erhöhter Empfindlichkeit auf Wärme und Kälte sowie süße und saure Geschmackseindrücke. Darüber hinaus wirken die Zähne optisch länger.

Verbreiterung des Oberkiefers – eine klassische kieferchirurgische Behandlung

Bei einer Verbreiterung des Oberkiefers wird allgemein das Prinzip der Distraktionsosteogenese angewendet, die auch als Kallusdistraktion und transversale Oberkieferdistraktion bezeichnet wird. Bekannt geworden ist dieses Verfahren auch als chirurgisch assistierte Gaumennahterweiterung. Die Distraktionsosteogenese sorgt dafür, dass durch mechanische Spreizung neuer, ortsständiger Knochen (sog. Kallus) gebildet wird.

Der Eingriff wird bei Groisman & Laube nach einer standardisierten und bewährten Methode ausschließlich durch den Mund in Narkose durchgeführt und ist mit einem kurzen stationären Aufenthalt verbunden.

Der Oberkiefer wird dazu an definierten Stellen unter Schonung der Zahnwurzeln mit dem Ultraschallskalpell (Piezochirurgie) schonend osteotomiert und dadurch geschwächt. Anschließend wird ein zahngetragener Distraktor (z. B. eine Hyraxschraubenapparatur), der vorher vom Kieferorthopäden angefertigt wurde, eingesetzt. Mit diesem Distraktor wird der Kieferknochen gedehnt und gestreckt und das gewünschte Ergebnis erreicht. Am vierten postoperativen Tag wird zum ersten Mal gedreht bzw. der Distraktor einen festgelegten Abstand in die gewünschte Richtung bewegt, wobei dem Patienten der Vorgang ausführlich erklärt und demonstriert wird.

Als Patient erhalten Sie einen Dokumentationsbogen, so dass Sie weitere Drehungen eigenständig von zu Hause durchführen können. Die Nahtentfernung entfällt, da selbstauflösendes Nahtmaterial verwendet wird. Während der Drehphase und einige Wochen danach sollten Sie weiche Kost zu sich nehmen sowie übermäßige sportliche Aktivitäten vermeiden.

Das Ausmaß der Verbreiterung sowie der Drehvorgang werden vom Kieferorthopäden überwacht. Die entstehende Zahnlücke stellt das Ausmaß des Platzgewinns dar. Der Drehvorgang an sich ist schmerzlos und dauert, je nach Platzbedarf, etwa zwei bis drei Wochen. Anschließend verbleibt die Dehnapparatur vier bis sechs Monate an den Zähnen befestigt, damit ein langzeitstabiles Ergebnis erzielt werden kann. Falls Zähne fehlen, kommen knochenverankerte Distraktoren zum Einsatz.

Verbreiterung des Unterkiefers – eine bewährte Methode

Bei der sogenannten medianen Unterkieferdistraktion wird ebenfalls das Prinzip der Distraktionsosteogenese angewandt. Es handelt sich dabei um das Pendant zur Oberkieferverbreiterung, wobei der Unterkiefer in der Mitte zwischen den mittleren Schneidezähnen – unter Schonung von Zahnwurzeln und Schleimhaut – mit dem Ultraschallskalpell (Piezochirurgie) osteotomiert und dadurch geschwächt wird. Eingesetzt werden zur Spreizung dann sowohl zahngetragene Distraktoren (zum Beispiel eine Variety-Schraubenapparatur) als auch knochenverankerte Distraktoren. Der gesamte Behandlungsablauf gleicht dem der Oberkieferverbreiterung.

Wird ein Schmalkiefer im Ober- und Unterkiefer mit entsprechender Zahnfehlstellung diagnostiziert, kann das Verfahren der transversalen Oberkieferdistraktion und der medianen Unterkieferdistraktion gleichzeitig angewendet werden.